Das wahre Piraten Buch – The Buccaneers of America

December 29, 2010 § Leave a comment

Alexandre O. Exquemelin: Das wahre Piraten Buch
ISBN 978-3-8423-4532-4

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Geköpft, gehängt, verehrt: Vom Mythos der Piraten

December 29, 2010 § Leave a comment

Von Armin Fischer
Im November 2010, als dieses Buch entsteht, werden vor einem Gericht in Norfolk (US-Staat Virginia) fünf somalische Piraten wegen Seeräuberei schuldig gesprochen. Den Männern droht eine lebenslange Haftstrafe, das Strafmaß soll im März 2011 verkündet werden. Es war der erste Piratenprozess auf US-Territorium seit dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861 – 65). Gleichzeitig findet in Hamburg der Prozess gegen zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia statt. Hierzulande ist dies der erste Piratenprozess seit dem ausgehenden Mittelalter. Zehn somalische Seeräuber hatten am 5. April, Ostermontag, den deutschen Containerfrachter »MV Taipan« rund 500 Seemeilen vor der Küste ihres Heimatlandes angegriffen und geentert. Wenige Stunden später eilte die holländische Fregatte »Tromp« zu Hilfe, die einen Notruf aufgefangen hatte. Marinesoldaten befreien nach kurzem Schusswechsel das Schiff und nehmen die zehn Männer gefangen. Als Beweismittel sichern die Holländer fünf AK 47 (Kalaschnikow), zwei Raketenwerfer, große Mengen an Munition und zwei Enterleitern sowie Enterhaken. Das ist die Realität.

Und die Fiktion: Am vierten Teil dies Film »Fluch der Karibik« wird gedreht und er kommt voraussichtlich am 20. Juni 2011 in die deutschen Kinos. Johnny Depp spielt darin wieder den schusslig-schlauen Käpt´n Jack Sparrow, einen Helden und Obergauner der Karibik. Und ein »echter Pirat«, der berüchtigte Edward Teach (1680 – 1718), genannt Blackbeard, stand Pate für Jack Sparrows Filmrivalen.

Die Piraterie lebt, in der Realität und im Kino, und ist heute, so scheint es, präsent wie schon lange nicht mehr. « Read the rest of this entry »

Der Autor: Alexandre Olivier Exquemelin

December 28, 2010 § 1 Comment

Alexandre O. Exquemelin (um 1646 – 1708), manchmal auch John Esquemeling oder Oexmelin genannt, war ein Seefahrer, Pirat und Autor. Er schrieb den Klassiker aller Piratenbücher. 1666 kam er als Angestellter der französischen Westindien-Kompagnie nach Tortuga (Île de la Tortue), einer kleinen Karibikinsel vor der Nordküste Haitis. Dort heuerte er 1669 als Freibeuter an und erlebte zahllose Kaperfahrten unter verschiedenen Piratenkapitänen mit.

Exquemelin stammt wahrscheinlich aus der französischen Hafenstadt Honfleur. Nach einigen unsicheren Quellen sei er ein Nachfahre hugenottischer Apotheker gewesen und habe sogar einige Jahre Chirurgie in Rouen und Paris studiert, ehe Ludwig XIV. im Jahre 1666 den Hugenotten verbot, als Ärzte zu praktizieren. Das könnte für ihn der Auslöser gewesen sein, sich der gerade neu gegründeten Compagnie des Indes Occidentales (der französischen Westindien Kompagnie) anzuschließen, für die er einer Weile arbeitete, die ihn aber dann, als sie in finanzielle Schwierigkeiten geriet, als Schuldknecht »weiterverkaufte«. Bei seinem neuen Arbeitgeber, einem Arzt, vertiefte er seine medizinischen Kenntnisse, dann schloss er sich, mittellos, 1669 den Bukanieren an und machte in den nächsten drei Jahren die Kaperfahrten und Beutezüge mit, über die er in seinem Buch berichtet.

1672 taucht er dann wieder in Amsterdam auf, wo er vielleicht an seinem Buch arbeitete, ab 1674 aber auch wieder zur See fuhr, diesmal als Schiffsarzt einer niederländisch-spanischen Flotte. 1678 wird Exquemelins Piratenbericht erstmals veröffentlicht, und schnell ein großer Erfolg. Amsterdamer Einwohnerlisten führen ihn 1679, nachdem er im Oktober seine letzte Prüfung als Arzt abgelegt hatte, als »Wundarzt und Fremder«.

Aber schon 1681 findet man ihn wieder an Bord der »San Jeroboam« mit Kurs auf Jamaica. In Santo Domingo (heute Dominikanische Republik) praktiziert er eine Weile als Arzt, schließt sich dann aber wieder einer Piratenflotte an. 1684 taucht er in Frankreich auf, und zwar in den Gemeindeakten von St. Germain-des-Près, und 1686 in Paris, wo er angeblich für die Kriegsmarine an einem Bericht arbeitet. Danach kehrt er dem Anschein nach ein weiteres Mal in die Karibik zurück, denn noch nach einem Freibeuterangriff auf die Stadt Cartagena im Jahr 1697 wird sein Name auf der Musterrolle geführt. Nach dem Jahr 1700 verliert sich seine Spur. Exquemelin muss entweder ein extrem umtriebiger Pendler zwischen der Piratenwelt und der bürgerlichen Welt Europas gewesen sein, oder aber, was wahrscheinlicher, ist, andere haben den inzwischen bekannten Namen entliehen und in diese und jene Listen eingetragen.

Das Buch

December 28, 2010 § Leave a comment

Das erste und gleichzeitig prägendste Piraten-Buch aller Zeiten wurde erstmals 1678 im holländischen Original unter dem Titel »De Americaensche Zee-Rovers« in Amsterdam veröffentlicht. Es zeichnet sich durch eine klare, schnörkellose Sprache, einen enormen Faktenreichtum und präzise Detailbeschreibung aus. Aus diesen Gründen, und weil es schlichtweg das erste Buch war, das Normalsterblichen einen Einblick in die Welt der Piraten gab, wurde es schnell zum Bestseller und in alle wichtigen europäischen Sprachen übersetzt. Bis heute hat es das Bild des Piraten im allgemeinen Bewusstsein, Literatur, später Film und Populärkultur am nachhaltigsten beeinflusst. Die hier vorliegende Ausgabe geht auf die 1684 erschienene erste englische Auflage zurück, wurde nur leicht überarbeitet und ist dennoch außerordentlich gut lesbar. « Read the rest of this entry »

Goldenes Zeitalter der Piraterie

December 27, 2010 § Leave a comment

[aus Wikipedia]
Die Redewendung vom Goldenen Zeitalter der Piraterie wurde bereits 1724 von Captain Charles Johnson in seinem Buch A General History of the Pyrates eingeführt. (Hinter dem Pseudonym wird übrigens zuweilen der Schriftsteller Daniel Defoe vermutet.) Seitdem bezieht sich der Ausdruck in etwa auf den Zeitraum zwischen 1690 und 1730, mit einem kurzen aber spektakulären Höhepunkt in den wenigen Jahren von 1714 bis 1722. Die heutigen Vorstellungen über die Welt der Piraten basieren aber auch wesentlich auf den Schilderungen des Alexandre Olivier Exquemelin über die Piraten und Freibeuter des 17. Jahrhunderts in der Karibik. Diese Ära trug ganz wesentlich zum romantisch verklärten oder dämonisch überzeichneten Bild des Piraten bei, wie es bis in die Gegenwart in Romanen und Hollywood-Filmen popularisiert wird.
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Meuterei auf der "Gorch Fock"

January 19, 2011 § Leave a comment

[nach Spiegel Online]
Der Tod einer Soldatin auf der “Gorch Fock” hatte schlimmere Folgen als bisher bekannt. Ermittlungen des Wehrbeauftragten liefern nach Informationen von SPIEGEL ONLINE Hinweise auf eine regelrechte Meuterei – und zeichnen ein düsteres Bild von der Ausbildung auf dem Schulschiff.

Berlin – Von außen betrachtet ist das Image der “Gorch Fock” tadellos: Die weiße Dreimastbark ist wichtigster Werbeträger der deutschen Marine, Schule fürs Seemannsleben.
Die Innenansicht ist eher düster: Nach Recherchen des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus herrschen an Bord schier inakzeptable Zustände. Von Meuterei der Besatzung ist da die Rede, von einem angeblichen Aufhetzen der Kadetten gegen die Schiffsführung, von massiver Nötigung der Soldaten, trotz Höhenangst in die Masten aufzuentern – und sogar der Vorwurf der sexuellen Belästigung eines Offizieranwärters steht im Raum.
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Arte: Piraten vor Somalia

January 18, 2011 § Leave a comment

[nach arte.de]
Der Dokumentarfilm “Piraten vor Somalia schaut hinter die Kulissen des Geschäfts mit der Piraterie und erzählt die bisher weitgehend unbekannte Geschichte der somalischen Täter. Sam Egag, ein gebürtiger Somalier, der in Europa lebt, begibt sich auf die Suche nach den Motiven der ehemaligen Fischer – auch aus seiner eigenen Familie – die zu Piraten wurden. Auf der anderen Seite stehen die Opfer, gekidnappte Schiffsbesatzungen, die Soldaten der Operation “Atalanta” und der in London ansässige Anwalt Stephen Askins, der sich auf die schwierigen Verhandlungen um die Lösegelder und die Freilassung von Schiffen und Besatzungen spezialisiert hat, der aber auch über alternative Modelle zur Lösung des Problems nachdenkt.
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Vor Sansibar: Piraten greifen Kreuzfahrtschiff an

January 13, 2011 § Leave a comment

[nach Spiegel Online, 13. Januar 2011]
Angriff im Indischen Ozean: Piraten haben zwischen Madagaskar und Sansibar das ehemalige ZDF-Traumschiff “Berlin” attackiert. Der Kapitän des heute unter dem Namen “Spirit of Adventure” fahrenden Schiffs konnte die Angreifer abschütteln. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des NDR am Mittwoch zwischen Madagaskar und Sansibar.
Piraten hätten sich mit einem Schnellboot dem Schiff genähert, das heute unter dem Namen “Spirit of Adventure” und für die britische Reederei Saga fährt. Der Kapitän habe die Geschwindigkeit erhöht und konnte die Verfolger abhängen.
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Hamburger Piratenprozess: Piraten sagen über ihre Motive aus

January 9, 2011 § Leave a comment

[nach Spiegel Online, 9. Januar 2011]
Im Verfahren gegen zehn mutmaßliche Seeräuber haben erstmals zwei angeklagte Somalis vor dem Hamburger Landgericht ausgesagt. Ihre Geständnisse gewährten tiefe Einblicke in die Lebensverhältnisse in dem zerrütteten Land.
Hamburg – Der Angeklagte Hussein Carab M. dankte höflich dem Gericht und den Anwesenden für ihre Aufmerksamkeit, bevor er beschrieb, aus welcher Notlage heraus er sich an der Kaperfahrt beteiligt hatte. Er sei sechs Jahre alt gewesen, als seine Eltern 1992 in den Bürgerkriegswirren von einer Granate getötet worden seien. Noch als Zehnjähriger habe er unter diesem Trauma gelitten. Seither sei er immer auf sich allein gestellt gewesen.
Heute sei er selbst Vater eines Sohnes. Um ihn habe er angesichts der Lebensgefahr, in der sie sich ständig befunden hätten, am meisten Angst gehabt. Ausgerechnet dieser Sohn sei entführt worden, von einem Mann, dem er etwa 1100 Dollar schulde. Mit seinem Anteil vom Lösegeld für Schiff und Besatzung habe er seinen Jungen befreien wollen.
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