Hamburger Piratenprozess: Piraten sagen über ihre Motive aus

January 9, 2011 § Leave a comment

[nach Spiegel Online, 9. Januar 2011]
Im Verfahren gegen zehn mutmaßliche Seeräuber haben erstmals zwei angeklagte Somalis vor dem Hamburger Landgericht ausgesagt. Ihre Geständnisse gewährten tiefe Einblicke in die Lebensverhältnisse in dem zerrütteten Land.
Hamburg – Der Angeklagte Hussein Carab M. dankte höflich dem Gericht und den Anwesenden für ihre Aufmerksamkeit, bevor er beschrieb, aus welcher Notlage heraus er sich an der Kaperfahrt beteiligt hatte. Er sei sechs Jahre alt gewesen, als seine Eltern 1992 in den Bürgerkriegswirren von einer Granate getötet worden seien. Noch als Zehnjähriger habe er unter diesem Trauma gelitten. Seither sei er immer auf sich allein gestellt gewesen.
Heute sei er selbst Vater eines Sohnes. Um ihn habe er angesichts der Lebensgefahr, in der sie sich ständig befunden hätten, am meisten Angst gehabt. Ausgerechnet dieser Sohn sei entführt worden, von einem Mann, dem er etwa 1100 Dollar schulde. Mit seinem Anteil vom Lösegeld für Schiff und Besatzung habe er seinen Jungen befreien wollen.
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